Bei all den verworrenen Gedanken, Geschichten und Ideen P.K.Ds. kann es leicht passieren, dass einen selbst auch hin und wieder vermeintlich wirre Geistesblitze treffen können…so geschehen erst letztens, als die Frage nach P.K.D. Intention der Dreiteiligkeit in Radio Free Albemuth aufkam.
Das die Betitelung der Buchkapiteln ihre Wurzeln in einem biographischen Ansatz finden könnten wurde im vorangegangenen Post bereits besprochen; doch was genau hat es mit der mystischen Zahl 3, die sich sowohl in VALIS als auch in Radio Free Albemuth finden lässt auf sich?
Könnte Radio Free Albemuth als Massenkommunikationsmittel dienen, um uns Leser unterschwellig eine bestimmte Überzeugung aufzuzwingen?
Auch die Tatsache, das P.K.D. die Bibel – ohne Zweifel eines der am stärksten Polarisierenden Massenkommunikationsmittel – als Stütze verwendet, nährt den Gedanken an unterschwellige Überzeugungsarbeit.
Radio Free Albemuth besteht aus drei Teilen und aus 30 Kapiteln, und VALIS selbst ist eine Trilogie.
Drei wohin das Auge reicht…ein Grund mehr, der Sache ein wenig auf den Grund zu gehen:
Ein kurzer Blick in die Zahlensymbolik verrät uns folgendes:
- sie steht für die Trinität Gottes (Vater, Sohn, heiliger Geist)
- für die Trichotomie des Menschen (Leib, Seele und Geist)
- die Drei steht für die göttliche Kraft
- sie erzeugt alle Dinge und wird somit zum Symbol des Göttlichen, bzw. zum Symbol der handelnden Gottheit
- Eliphas Lévi (1810-1875; gilt als Wegbereiter des modernen Okkultismus) schreibt folgendes:
„Die Grammatik selbst verknüpft das Wort mit drei Personen. Die erste ist die, welche spricht, die zweite, zu welcher gesprochen wird, und die dritte, über welche man spricht." [1]
Vor allem Lévi könnte hier den entscheidenden Hinweis bringen:
Vergleicht man seinen Gedankengang mit dem Aufbau Radio Free Albemuths, so finden sich erstaunliche Parallelen zwischen den einzelnen Kapitelbezeichnungen, und dem angeführten Zitat.
So könnte
Interessant auch der Aspekt, dass die Zahl 3 als ein Symbol der handelnden Gottheit gesehen werden kann, - vor allem wenn man bedenkt, P.K.D. sei der Meinung gewesen er selbst sei die Widergeburt des Gnostikers Simon Magus [2], der seinerzeit von seinen Anhängern gerne auch mal „die große Kraft Gottes“ oder auch theios aner – also „Gott in menschlicher Gestalt“ genannt wurde.
Um die Podiumsdiskussion letzter Stunde hier mit einfließen zu lassen, könnte man vielleicht sogar die Idee, P.K.D. selbst habe das Buch unter Einfluss einer universalen Macht oder dergleichen geschrieben, mit der Grundaussage Magus sei „die große Kraft Gottes“ (und P.K.D. hätte diese Kraft Gottes dank der Inkarnation einfach „mitgeerbt“) insofern koppeln, als das P.K.D. – ähnlich wie Magus zu Lebzeiten – als Sprachrohr, Medium oder vergleichbares hätte fungieren können um Gedanken die außerhalb unseres Wahrnehmungsbereiches liegen, der Außenwelt (und zwar in geschriebener Form) näher zu bringen.
Auch die hier und da verstreuten Links zu diversesten Bibelstellen, untermauern den Gedanken an eine treibende göttliche Kraft…
Auffällig vor allem folgende Bibelstelle, die sich in der Offenbarung des Johannes versteckt hält:
„Am Tag des Herren wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mit eine Stimme[…]Schreib das, was du siehst, in ein Buch[…]“ [Offenbarung 1,9-20]
…wie treffend…
Könnte man also Radio Free Albemuth als eine Art haptisches Medium begreifen, welches in der Lage ist extraterrestrische oder gar göttliche Botschaften unter das Volk zu mischen?
Könnte P.K.D. seine eigenen Erfahrungen in der Figur des Nicholas aufgearbeitet haben?
Sollte es denn wirklich so sein, so wäre mit der Verweisung auf Matthäus 13,10-17 auch noch geklärt, warum P.K.D. in real live und VALIS in der „Fiktion“ (soweit es denn eine ist), dem Ganzen so einen komplizierten und undurchsichtigen touch verleihen.
In Radio Free Albemuth weißt Pater Leon darauf hin, das VALIS in Rätseln spricht und er den Hinweis darauf auch in der Bibel versteckt hätte(!)
„The Master says he’s speaking cryptically so the outsiders won’t understand.” [3]
“Da kamen die Jünger zu ihm und fragten: ’Warum sprichst du zu ihnen in Gleichnissen?’ Er antwortete: ’Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben[…]Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. [….]Ihr aber seit selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.“ [Vgl. Matthäus 13,10-17]
Prickelnd auch die Stelle „[...]und eure Ohren hören“ – vor allem, da sich genau dieser Satz sowohl im Gleichnis vom Sämann [Matthäus 13,1-9] als auch in der offenbarung [offenbarung 1,9-3,22] folgendermaßen wieder finden lässt:
„Wer Ohren hat, der höre!“
Welche gewaltigen Parallelen sich hier zu Radio Free Albemuth auftun, muss ich glaube ich nicht extra unterstreichen…!
Das es sich bei diesem Gedankenschwall um reine Spekulation handelt liegt auf der Hand – dennoch sind einige Parallelen einfach zu krass um sie einfach mit dem Stempel der künstlerischen Freiheit abzutun. Und abgesehen davon wäre es nicht Science Fiction, wenn einem beim Lesen dieser Lektüre nicht ein wenig der Kopf verdreht werden würde…
Das die Betitelung der Buchkapiteln ihre Wurzeln in einem biographischen Ansatz finden könnten wurde im vorangegangenen Post bereits besprochen; doch was genau hat es mit der mystischen Zahl 3, die sich sowohl in VALIS als auch in Radio Free Albemuth finden lässt auf sich?
Könnte Radio Free Albemuth als Massenkommunikationsmittel dienen, um uns Leser unterschwellig eine bestimmte Überzeugung aufzuzwingen?
Auch die Tatsache, das P.K.D. die Bibel – ohne Zweifel eines der am stärksten Polarisierenden Massenkommunikationsmittel – als Stütze verwendet, nährt den Gedanken an unterschwellige Überzeugungsarbeit.
Radio Free Albemuth besteht aus drei Teilen und aus 30 Kapiteln, und VALIS selbst ist eine Trilogie.
Drei wohin das Auge reicht…ein Grund mehr, der Sache ein wenig auf den Grund zu gehen:
Ein kurzer Blick in die Zahlensymbolik verrät uns folgendes:
- sie steht für die Trinität Gottes (Vater, Sohn, heiliger Geist)
- für die Trichotomie des Menschen (Leib, Seele und Geist)
- die Drei steht für die göttliche Kraft
- sie erzeugt alle Dinge und wird somit zum Symbol des Göttlichen, bzw. zum Symbol der handelnden Gottheit
- Eliphas Lévi (1810-1875; gilt als Wegbereiter des modernen Okkultismus) schreibt folgendes:
„Die Grammatik selbst verknüpft das Wort mit drei Personen. Die erste ist die, welche spricht, die zweite, zu welcher gesprochen wird, und die dritte, über welche man spricht." [1]
Vor allem Lévi könnte hier den entscheidenden Hinweis bringen:
Vergleicht man seinen Gedankengang mit dem Aufbau Radio Free Albemuths, so finden sich erstaunliche Parallelen zwischen den einzelnen Kapitelbezeichnungen, und dem angeführten Zitat.
So könnte
- a. „Die erste ist die, welche spricht“ stellvertretend für das erste Kapitel Phil gesehen werden. Schließlich erzählt Phil aus der Ich – Perspektive, und fungiert als Erzähler der den Leser in die Geschichte einführt
- b. „die weite, zu welcher gesprochen wird“ – symbolisiert die Figur des Nicholas Brady; Nicholas ist das zweite Kapitel des Buches, und zu ihm wird im Verlauf der Geschichte ja auch wirklich gesprochen (VALIS)
- c. „und die dritte, über welche man spricht“ – steht für das letzte Kapitel, welches wiederum den Namen Phil trägt; Da Radio Free Albemuth (wie im vorletzten Post bereits besprochen wurde) eindeutig autobiographische Züge trägt, könnte der „wahre“ Phil hier durchaus zu seinem zweiten „Ich“ gesprochen haben. Schließlich löst sich in Kapitel 3 alles auf, und Phil gelangt zu der Erkenntnis, dass VALIS wirklich existieren könnte (und wenn VALIS wirklich Gott verkörpert, könnte man hier durchaus von einer Bekehrung im weiteren Sinne sprechen; und zwar nicht nur, das P.K.D. sich durch dieses Buch selbst davon überzeugt hat, sondern auch seine Leser an dieser Idee teilhaben lässt)
Interessant auch der Aspekt, dass die Zahl 3 als ein Symbol der handelnden Gottheit gesehen werden kann, - vor allem wenn man bedenkt, P.K.D. sei der Meinung gewesen er selbst sei die Widergeburt des Gnostikers Simon Magus [2], der seinerzeit von seinen Anhängern gerne auch mal „die große Kraft Gottes“ oder auch theios aner – also „Gott in menschlicher Gestalt“ genannt wurde.
Um die Podiumsdiskussion letzter Stunde hier mit einfließen zu lassen, könnte man vielleicht sogar die Idee, P.K.D. selbst habe das Buch unter Einfluss einer universalen Macht oder dergleichen geschrieben, mit der Grundaussage Magus sei „die große Kraft Gottes“ (und P.K.D. hätte diese Kraft Gottes dank der Inkarnation einfach „mitgeerbt“) insofern koppeln, als das P.K.D. – ähnlich wie Magus zu Lebzeiten – als Sprachrohr, Medium oder vergleichbares hätte fungieren können um Gedanken die außerhalb unseres Wahrnehmungsbereiches liegen, der Außenwelt (und zwar in geschriebener Form) näher zu bringen.
Auch die hier und da verstreuten Links zu diversesten Bibelstellen, untermauern den Gedanken an eine treibende göttliche Kraft…
Auffällig vor allem folgende Bibelstelle, die sich in der Offenbarung des Johannes versteckt hält:
„Am Tag des Herren wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mit eine Stimme[…]Schreib das, was du siehst, in ein Buch[…]“ [Offenbarung 1,9-20]
…wie treffend…
Könnte man also Radio Free Albemuth als eine Art haptisches Medium begreifen, welches in der Lage ist extraterrestrische oder gar göttliche Botschaften unter das Volk zu mischen?
Könnte P.K.D. seine eigenen Erfahrungen in der Figur des Nicholas aufgearbeitet haben?
Sollte es denn wirklich so sein, so wäre mit der Verweisung auf Matthäus 13,10-17 auch noch geklärt, warum P.K.D. in real live und VALIS in der „Fiktion“ (soweit es denn eine ist), dem Ganzen so einen komplizierten und undurchsichtigen touch verleihen.
In Radio Free Albemuth weißt Pater Leon darauf hin, das VALIS in Rätseln spricht und er den Hinweis darauf auch in der Bibel versteckt hätte(!)
„The Master says he’s speaking cryptically so the outsiders won’t understand.” [3]
“Da kamen die Jünger zu ihm und fragten: ’Warum sprichst du zu ihnen in Gleichnissen?’ Er antwortete: ’Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben[…]Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. [….]Ihr aber seit selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.“ [Vgl. Matthäus 13,10-17]
Prickelnd auch die Stelle „[...]und eure Ohren hören“ – vor allem, da sich genau dieser Satz sowohl im Gleichnis vom Sämann [Matthäus 13,1-9] als auch in der offenbarung [offenbarung 1,9-3,22] folgendermaßen wieder finden lässt:
„Wer Ohren hat, der höre!“
Welche gewaltigen Parallelen sich hier zu Radio Free Albemuth auftun, muss ich glaube ich nicht extra unterstreichen…!
Das es sich bei diesem Gedankenschwall um reine Spekulation handelt liegt auf der Hand – dennoch sind einige Parallelen einfach zu krass um sie einfach mit dem Stempel der künstlerischen Freiheit abzutun. Und abgesehen davon wäre es nicht Science Fiction, wenn einem beim Lesen dieser Lektüre nicht ein wenig der Kopf verdreht werden würde…
[1] Eliphas Lévi, zitiert nach Andreas Zompro in: http://www.sungaya.de/schwarz/allmende/zahlen/3.htm, Zugriff: 15. 6. 2009
[2] Vgl. http://obskuristan.wordpress.com/2008/12/16/science-fiction-und-erleuchtung-zum-80-geburtstag-von-philip-k-dick/, Zugriff: 15. 6. 2009
[3] Dick, Phillip K.: Radio Free Albemuth. London: Harper Collins, 1985, S. 283
[2] Vgl. http://obskuristan.wordpress.com/2008/12/16/science-fiction-und-erleuchtung-zum-80-geburtstag-von-philip-k-dick/, Zugriff: 15. 6. 2009
[3] Dick, Phillip K.: Radio Free Albemuth. London: Harper Collins, 1985, S. 283
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